Nachhaltig unterwegs mit dem Mountainbike

Mountainbiker sind Thema vieler Konflikte im Gebirge. Dabei geht es auch anders: Hier sind zehn einfache Regeln für nachhaltiges Verhalten auf den Trails und in der Natur.

Mountainbiker werden oft als die „bösen Buben“ des Bergsports hingestellt. Sie zerstören Wege, fahren ungeachtet durch sensible Gebiete und legen sich mit Wanderern an. Dass das meistens nicht alles der Realität entspricht, muss hier wohl nicht gesagt werden. Dass man sich als Mountainbiker trotzdem umwelt- und sozialverträglich in den Bergen bewegen kann, vielleicht schon. Schließlich fällt das Fehlverhalten einiger weniger immer auf den gesamten Sport zurück. Dabei gibt es zehn einfache Regeln, die man ganz einfach umsetzen kann:

1. Nur auf Wegen fahren!
Grundsätzlich gilt: Nur auf Wegen fahren und nie querfeldein, da sonst die Natur geschädigt wird. Ausnahme: Speziell ausgewiesenes Gelände. Lokale Wegsperrungen sollten immer beachtet werden und die Eignung des Wegs abhängig von Witterung, Tageszeit, Fußgängern und Steilheit eigenständig vorab beurteilt werden.

2. Keine Spuren hinterlassen!
Wer nachhaltig im Gebirge unterwegs sein will, sollte keine Spuren hinterlassen. Dazu gehört nicht mit blockierenden Rädern bremsen, da sonst die Bodenerosion verstärkt wird. Bei Nässe und Matsch auf steilen, erdbedeckten Hängen, sollte das Bike lieber geschoben werden. Die Fahrweise sollte außerdem grundsätzlich an die Wegebeschaffenheit angepasst sein.

3. Mountainbike unter Kontrolle halten!
Die Geschwindigkeit sollte immer an die jeweilige Situation angepasst werden. Schon die kleinste Unachtsamkeit kann zu Unfällen führen. Für die eigene Sicherheit und auch die anderer sollte man immer in der Lage sein in Sichtweite anhalten zu können.

4. Rücksicht nehmen auf andere Bergsportler!
Mitsportler sollten nicht durch hohe Geschwindigkeiten oder blockierende Reifen erschreckt werden. Am besten kurz ankündigen, dass man vorbeifährt und dann langsam und mit Abstand überholen.

5. Fußgänger haben Vorrang!
Ein Grundsatz der überall gilt: Fußgänger haben Vorrang. Singletrails deshalb am besten nur nutzen, wenn wenig Wanderer unterwegs sind. Persönlicher Tipp: Höflich grüßen und kurz absteigen und zur Seite gehen, wenn man auf schmalen Trails auf Wanderer trifft.

6. Rücksicht nehmen auf Wildtiere und Weidevieh!
Entgegen allem Trend, sollte man in der Dämmerung und nachts nicht mit dem Mountainbike unterwegs sein. Viele Wildtiere sind gerade zu dieser Zeit aktiv und können ihren Lebensraum ohne Menschen genießen. Deshalb sind sie gerade da besonders störungsempfindlich. Auch Weidevieh sollte man mit Respekt begegnen: Mit angepasster Fahrweise nähern und vor allem Viehgatter immer schließen.

7. Pflanzen schonen!
Wer abseits des Trails oder bei der Pause eine schöne Pflanze sieht sollte sie besser fotografieren statt sie mitzunehmen. Das leistet nicht nur einen Beitrag zum Artenschutz, auch der nächste Bergliebhaber kann sich noch an ihr erfreuen.

8. Müll wieder mitnehmen!
Keinen Müll zu hinterlassen sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Was aber nicht jeder weiß: Auch kompostierbare Speisereste sollte man wieder mit ins Tal nehmen, da unter den Bedingungen im Gebirge, wie Temperatur und Höhenlage, der biologische Abbau viel, viel langsamer geht.

© Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen

9. Im Voraus planen!
Die Tour sollte den eigenen Fähigkeiten entsprechend ausgewählt werden und dem Wetter entsprechend angepasst sein. Vor der Abfahrt die Ausrüstung checken und auch für den Notfall gerüstet sein. Folgendes gehört auf jeden Fall in den Rucksack: Werkzeug, Brotzeit, Erste-Hilfe-Set und Handy. Die Notrufnummer in Europa ist die 112.

10. Umwelt- und klimafreundlich anreisen!
Zur Nachhaltigkeit in den Bergen gehört auch die Anreise. Deshalb am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Schließlich sollte die Länge der Tour und der Anfahrtsweg mit dem Auto in einem vernünftigen Verhältnis stehen.

 

Weitere Infos gibt es beim Deutschen Alpenverein und der Deutschen Initiative Mountain Bike e.V.

 

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