Skifahren im Großformat

Von meinem ersten Skifilm zum ersten Shades of Winter FilmFest – meine ganz persönliche Skifilm-Historie.

Ich kann mich noch an den ersten Skifilm erinnern, den ich gesehen habe: Propaganda. 2001. Von Poorboyz Productions. Das was JP Auclair, Candide Thovex oder Sarah Burke dort auf der Videokassette zeigten, war also die Zukunft des Skifahrens. Ich, gerade einmal 14 Jahre alt und soeben aus dem Rennkader ausgestiegen, saß zusammen mit meinen Freunden unzählige Nachmittage nach der Schule vor dem Fernseher, um mir genau diese Zukunft einzuprägen. Den ersten Twintip hatte ich schon in der Garage, jetzt musste nur noch der Schnee kommen. Ab dem Release von Propaganda warteten meine Freunde und ich jährlich auf die neuesten Streifen. Vorstellungen in Kinos gab es bei uns im Allgäu von Skifilmen damals nicht. Man hatte Glück, wenn einer irgendwie an die neuesten Videos ran kam. Doch irgendwann hatte man sie alle durch, man kannte die gängigsten Tricks, hatte ein paar davon auch selbst erfolglos ausprobiert und irgendwie kannte man mit der Zeit auch das Format Skifilm.

Propaganda setzte für mich den Maßstab für alle Skifilme.

Der Skifilm

Ein paar Freunde haben im Schnee Spaß zusammen. Jeder bekommt sein eigenes Segment, zeigt sein feinstes Fahrkönnen, wird kurz vorgestellt und bekommt noch einen Interviewpart. Cooler Soundtrack oben drauf. Fertig. So reihten sich die Filme über die Jahre aneinander und immer wieder fand sich ein Liebling dabei, wie Claim von Matchstick Productions, der erste Superproof Inc. Streifen The RecruitmentInto the Mind und All.I.Can von Sherpas Cinema oder natürlich Valhalla von Sweetgrass Productions.

Doch eines war immer gleich: Die Crew bestand hauptsächlich aus Männern und irgendwie war stets eine Frau dabei. Machte schon damals den Anschein einer Quotenfrau. Doch dann kam Sandra Lahnsteiner.

Shades of Winter

Sie wollte Skifilme nur mit Frauen machen. Damals verstand ich das noch nicht. Irgendwie hat es sich über die Jahre so ergeben, dass ich mir immer männliche Vorbilder im Sport gesucht habe. Wohl aus Mangel an Alternativen. Mit den Shades of Winter-Filmen wurden jetzt auf einmal mehrere Skifahrerinnen gleichzeitig in einem Film gezeigt – und irgendwie war immer eine dabei, mit der man sich identifizieren konnte. Hinzu kamen Geschichten, die neben dem Skifahren erzählt wurden. Von Reisen, Freundschaften und Abenteuern. Der reine Skiporn war in den Hintergrund gerückt. Die Leidenschaft, die das Skifahren versprüht, wurde zum Mittelpunkt. Wie in Between.

Das erste Shades of Winter FilmFest

Nach ihren All-Female Filmen setzt Sandra Lahnsteiner 2018 auf noch mehr Girlpower. Das erste Shades of Winter FilmFest feiert Skifahrerinnen aus der ganzen Welt und ihre produzierten Filme auf der großen Leinwand. „Die Idee zum FilmFest kam spontan. Zum Glück kenne ich viele Projekte diverser Athletinnen und die waren alle von der Möglichkeit, ihre Arbeiten zu präsentieren, begeistert“, so Lahnsteiner, die mit COUPLES und CONNECTS zwei Kurzfilme im Programm hat, „unser Fokus liegt klar auf den dokumentierten Abenteuern und der Qualität der Aufbereitung.“ Start ist am 27. November in Stockholm. Von da geht es vom 10. bis 13. Dezember nach München, Wien, Salzburg und Innsbruck. Pro Stopp werden acht bis zehn Filme mit Fahrerinnen wie Julia Mancuso, Janina Kuzma, Evelina Nilsson, Nadine Wallner, Lorraine Huber, Caja Schöpf oder Arianna Tricomi gezeigt.

Darunter zum Beispiel:

Shades of Winter CONNECTS

Now or never

Finding the line

Taranaki

La luce infinita

weitere Filme, die beim FilmFest gezeigt werden:

  • Shades of Winter COUPLES mit Sandra Lahnsteiner, Julia Mancuso und Janina Kuzma
  • Kebneskaise mit Evelina Nilsson
  • Hedvig’s Way mit Hedvig Wessel
  • A journey to Georgia mit Caja Schöpf und Sandra Lahnsteiner
  • Kindred mit Izzy Lynch
  • KM: Days mit Malou Petersson, Kajsa Larsson
  • Black Friar mit Johanna Stalnacke, Christina Lustenberger

„Natürlich wollen wir mit unseren Filmen das Feuer entfachen“, erklärt Lahnsteiner, „aber vor allem wollen wir unsere Erlebnisse und Erfahrungen teilen, uns mit Gleichgesinnten austauschen und zeigen, das alles möglich ist.“ Dazu werden pro Tourstopp auch unterschiedliche Athletinnen vor Ort sein und nach den Filmen einen Blick hinter die Kulissen erlauben und über ihre Produktionen sprechen.

Sandra Lahnsteiner, Janina Kuzma und Julia Mancuso bei den Aufnahmen zu Shades of Winter COUPLES ©Colleen Gentemann

Tourstopps:

  • Stockholm, 27.11.2018: Bio Capitol
  • München, 10.12.2018: Filmtheater Sendlinger Tor
  • Wien, 11.12.2018: Stadtkino
  • Salzburg, 12.12.2018: Mozartkino
  • Innsbruck, 13.12.2018: Metropol Multiplex Innsbruck

Die Tickets kosten pro Tourstopp 16 Euro und können hier bestellt werden.

Weitere Infos unter www.shades-of-winter.at

Titelbild: Sandra Lahnsteiner ©Colleen Gentemann

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