Von der Liebe zum Skifahren

Skifahren war noch nie reiner Sport, man tut es nicht, um sich fit zu halten oder abzunehmen. Ski fährt man aus Leidenschaft. Es ist die positivste Art der Zeitverschwendung. Warum durch Skifahren Freundschaften entstehen und es wert ist Filme darüber zu machen weiß auch Sandra Lahnsteiner und beweist ihre Liebe zum Skifahren in ihrem neuen Shades of Winter Film Between.

„Man könnte natürlich auch koksen, aber das soll auf Dauer der Nasenschleimhaut schaden, ist ziemlich teuer und bringt irgendwann Ärger mit der Polizei. Was das Halluzinogene Potenzial angeht, dürfte der Schnee unter den Skiern dem Schnee in der Nase ohnehin in nichts nachstehen: Glück feuert durch die Synapsen, die Sinne steigern sich und für einen Moment ist das Leben einfach und schön.“ So beschreibt Christian Weber in seinem Buch „Kleine Philosophie der Passionen – Ski fahren“ das Skifahren. In meiner Jugend war das mein Zitat: ich habe es überall hingeschrieben, konnte es auch im Schlaf auswendig und habe es gelebt. Skifahren bedeutete für mich Freiheit, Unbekümmertheit und ein Lebensgefühl. Die erste Skiing war meine Bettlektüre. Ich sammelte Skimagazine, habe mir die coolsten Bilder ausgeschnitten und eine Collage für mein Zimmer gebastelt.

Bretter, die die Welt bedeuten

Ein Pistenski und der erste Twintip von Völkl standen in der Garage. Sie waren meine Gefährten und unglaublich cool. Aber was viel wichtiger war, durch das Skifahren habe ich meine besten und ältesten Freunde kennengelernt. Schließlich macht es allein auch nur halb so viel Spaß. Wir lernten uns im Skiclub kennen. Sind zusammen Skirennen gefahren, haben anschließend gemeinsam unsere Schulferien in der Skischule als Skilehrer gearbeitet und haben jedes freie Wochenende zum Powder fahren genutzt. Wir haben den ganzen Tag im Backcountry verbracht und Kicker geschaufelt, waren fertig als es gedämmert hat und konnten noch zweimal springen, bevor es dunkel wurde. Das Skifahren stand im Vordergrund, aber das Dazwischen hat es ausgemacht. Und das ist noch heute so. Sich zusammen den Powder um die Nase wirbeln lassen, im Sessellift quatschen, auf der Hütte einen Germknödel genießen und zusammen müde im Auto nach Hause fahren. Die Heizung voll aufgedreht und noch die letzte Brotzeit vertilgen. Das ist Skifahren.

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Ein Blick in meine Ski-Fotosammlung (alle Bilder älter als 15 Jahre) ©Wild Recreation

Shades of Winter – Between

So beschreibt es auch Sandra Lahnsteiner in ihrem neuen Shades of Winter Film Between. In dem 90-Minütigen Streifen wird nicht nur feinste Skiaction an den entlegensten Orten der Welt, wie Hawaii, Schweden oder Neuseeland gezeigt. Es werden vor allem die Shades of Winter Athletinnen Julia Mancuso, Nadine Wallner, Janina Kuzma, Evelina Nilsson, Matilda Rapaport und Sandra Lahnsteiner und die Freundschaften, die durch das Skifahren entstanden sind, porträtiert. Es stehen die Emotionen im Vordergrund und die kleinen Momente dazwischen. So passiert es schnell, dass man sich in die Skifahrerinnen hineinversetzt, mit ihnen lacht, mit ihnen leidet und sich mitreißen lässt. Man will sofort ins Auto steigen und mit seinen Freunden losziehen, will wie früher einfach einen Kicker schaufeln oder eine Tour gehen. Will das Skifahren für sich stehen lassen und es einfach genießen. So wie es ist, mit den kleinen und großen Momenten. Mit Between hat Sandra Lahnsteiner nicht nur eine Hommage an das Skifahren geschaffen, sondern auch ihrer Freundin und großartigen Freeriderin Matilda Rapaport, die bei einem tragischen Lawinenglück in Chile nach Beendigung der Filmarbeiten ums Leben gekommen ist. Sie ist im Film so präsent, so real, dass man sich einfach von ihr inspirieren lassen will und alles stehen und liegen lassen will. Einfach Skifahren will. Schuhe zu, in die Bindung rein und ab. Das Glück feuert durch die Synapsen, die Sinne steigern sich und der Powder gleitet unter einem dahin.

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Weitere Infos zum Film und den Filmpremieren gibt es hier. Am 14. November 2016 wird Between auf Red Bull TV gezeigt.

 

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