Talking about a revolution

Diese Woche ist Fashion Revolution Week. Ein Anlass, um darüber nachzudenken, wo denn eigentlich die eigene Kleidung herkommt und wer dafür welchen Preis bezahlen muss.

Shopping ist für viele zum Hobby geworden. Fast Fashion-Ketten wechseln auch schließlich rund alle zwei Wochen ihr Sortiment. Da ist es schwierig up-to-date zu bleiben und immer den neuesten Trend mitzumachen. Ich glaube alle, die das hier lesen, denken nicht so. Glückwunsch dazu schon mal. Aber hast du dich nicht auch schon mal gefragt, wo deine Klamotten eigentlich herkommen? Wer hat dein T-Shirt gemacht? Wo wohnt er und vor allem wie wohnt er? Wie sieht es da aus? Was für ein Leben kann er sich leisten und kann er sich überhaupt etwas leisten?

©Fashion Revolution

Als am 24. April 2013 das Rana Plaza Gebäude in Bangladesh einstürzte starben darin 1.138 Menschen. Weitere 2.500 wurden verletzt. Die Opfer waren hauptsächlich junge Frauen, die Kleidung für internationale große Modeketten fertigten. Ab diesem Zeitpunkt wussten wir also, wer unsere Kleidung gemacht hat. Menschen, die von ihren Chefs gezwungen wurden, in einem Gebäude zu arbeiten, in dem bereits Risse festgestellt worden waren und das nicht betreten werden sollte.

Dieser Vorfall setzte eine Revolution in Gang: Die Fashion Revolution. Bei der gleichnamigen Fashion Revolution Week soll nun, neben den anderen 51 Wochen im Jahr, noch einmal ein Auge mehr auf die Fashionindustrie geworfen und hinterfragt werden, wie wir heute für schnellen und vor allem kurzlebigen Konsum mit Mensch und Umwelt umgehen. Denn nicht nur Menschen werden für immer billigere Kleidung ausgebeutet, auch die Natur. Oder hast du dich schon mal gefragt, welche Rohstoffe für dein Shirt verwendet wurden? Wie wurden sie angebaut, wurden Pestizide verwendet, wie viel Wasser wurde benötigt und welche Flächen wurden für die Baumwoll-Plantage gerodet?

Allerdings finde ich, dass wir uns das nicht nur als Alltags-Kleidungs-Konsumenten fragen sollten, sondern auch als Outdoorsportler. Wir fühlen uns immer als Naturburschen/-mädels, sind am liebsten draußen, halten uns allein aufgrund dieser Tatsache häufig für reine Gutmenschen und leben auf den sozialen Medien das „simple life“. Dabei gehören wir mit zu den Schlimmsten. Funktion kommt häufig vor Fairness und Umweltverträglichkeit. Oder warum hat es so viele Jahre gedauert, bis die Firmen sich dazu durchgerungen haben auf schädliche PFCs zu verzichten (und sie haben es bis heute noch nicht ganz geschafft)? Und wir tragen mit die Schuld daran: Oder wer hat einmal nachgefragt, ob es auch andere Möglichkeiten gibt eine ähnliche Funktion mit weniger chemischen Verbindungen herzustellen? Ich möchte jetzt auch gar nicht die Outdoorbranche und die Outdoorsportler an den Pranger stellen, denn einige Firmen gibt es ja schon, die sich um mehr Nachhaltigkeit und Fairness bemühen. Und schließlich gehört nicht nur die Kleidung zu unserem Lifestyle dazu. Was ist mit dem Equipment? Der Ausrüstung? Ski? Mountainbikes? Helme? Handschuhe? Brillen? Und so weiter? Vielleicht regt uns das ja auch zum nachdenken an, lässt uns unsere Ausrüstung genauer anschauen, genauer überlegen, ob man das wirklich neu braucht oder es auch irgendwo gebraucht bekommt. Und ich nehme mich da selbst nicht aus. Auch ich stehe ganz am Anfang. Aber ich möchte darauf aufmerksam machen, dass nicht nur die Fast Fashion-Industrie eine Fashion Revolution Week braucht, sondern dass auch die Outdoorbranche noch einiges besser machen kann. Oder weißt du, wer deine Skijacke oder dein neues Biketrikot gemacht hat?

Mehr Infos zur Fashion Revolution Week gibt es auf der Fashion Revolution Webseite.

Titelbild: Philipp König

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