Bienchen summ herum

Die Vereinten Nationen haben den 20. Mai 2018 erstmals zum Weltbienentag ausgerufen. Warum die Bienen dringend einen eigenen Tag nötig haben und was wir selber tun können, um sie zu schützen.

Maja. Und Willi. Das sind wohl die berühmtesten Bienen mit denen jeder im deutschsprachigen Raum aufwächst. Die beiden haben uns schon früh mit auf ihre Abenteuer und in ihre Welt genommen. Sie gehörten ja auch irgendwie dazu und repräsentierten so kindgerecht das, was in unserem Garten und in der Natur so los war. Dabei erleben Bienen nicht nur spannende Abenteuer, sie sind fleißig und echte Arbeiter. Aber Honigbienen, wie auch Wildbienen sind vor allem essentiell für die globale Lebensmittelproduktion und sorgen für unsere Lebensmittelsicherheit. Und das hat ökonomische Auswirkungen: Laut Schätzungen des Weltrats für Biologische Vielfalt (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services, IPBES) tragen sie mit ihrer Arbeit bis zu 577 Milliarden US-Dollar zur Weltwirtschaft bei. Der größte Beitrag von Bienen und anderen Bestäubern ist die Bestäubung von fast drei Vierteln der Pflanzen, die 90% der weltweiten Nahrung produzieren. Bienen spielen aber auch eine wichtige Rolle in Bezug auf den Umfang der landwirtschaftlichen Produktion. Eine effektive Bestäubung erhöht die Menge der landwirtschaftlichen Produkte, verbessert deren Qualität und erhöht die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegen Schädlinge.

Aber nicht nur die Nahrungsmittelproduktion ist von Bienen abhängig. Alles, jedes Produkt, das mit Pflanzenfasern hergestellt wurde. Deine Jeans. Dein T-Shirt. Dein Pulli. Der Holzstuhl auf dem du sitzt. Der Tisch. Die Liste könnte ewig so weiter gehen.

Der BUND hat einmal zusammengefasst wie beispielsweise unser Frühstück ohne die Arbeit der Bienen aussehen würde:

Die schwarz-gelb gestreiften Fleißbienchen leisten aber auch einen ökologischen Beitrag: Bienen sind lebenswichtig für den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts sowie der Biodiversität in der Natur und gelten als positiver Indikator für ein gesundes Ökosystem. Das heißt: Ihre Anwesenheit, Abwesenheit oder Quantität sagt uns, wann etwas mit der Umwelt passiert und dass entsprechende Maßnahmen erforderlich sind. So wie jetzt.

Maja und Willi – vom Aussterben bedroht?!

In den vergangenen 30 Jahren sind die Bestände an Bestäuberinsekten um bis zu drei Viertel zurückgegangen. Die genaue Ursache für das Insektensterben ist bisher unklar. Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass Schädlinge, die sich aufgrund der Globalisierung heutzutage schneller ausbreiten und immer geringer werdende natürliche Lebensräume durch Verstädterung sowie landwirtschaftliche Monokulturen eine Rolle spielen. Einer der Hauptgründe ist außerdem der vermehrte Einsatz von Neonikotinoiden als Pflanzenschutzmittel. Diese weitläufig genutzten Pestizide haben Auswirkungen auf die Nervensysteme von Insekten sowie auf ihr Gewicht und ihre Fortpflanzungsorgane.

Seitdem die Agrarindustrie Anfang der 1990er Jahre begonnen hat, mit Neonikotinoiden gebeiztes Saatgut zu verkaufen, leben Bestäuber gefährlich. Wächst die Pflanze heran, breitet sich das Nervengift aus dem Saatkorn in Stängel, Blätter und Blüten aus und ist sogar in Nektar und Pollenstaub zu finden. Ähnlich wie bei Alzheimer verlieren Insekten, die damit in Kontakt kommen, ihre Erinnerung und ihre Fähigkeit zu kommunizieren. Leider locken die Pestizide Bienen regelrecht an. ©Pixabay

#worldbeeday

Wenn Bienenfamilien in Europa zu aktuellen oder sogar noch höheren Raten verschwinden, könnte dies zum Zusammenbruch der Wirtschaft führen und unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden gefährden. Aus diesem Grund hat Slowenien bei den Vereinten Nationen den Antrag auf einen Weltbienentag gestellt. In Slowenien hat die Bienenhaltung eine lange Tradition, sogar jeder 200. Slowene ist Imker. Das sind so viele, wie sonst nirgends auf der Welt. Seit drei Jahren setzte sich das Land für den Tag ein. Am 20. Mai ist es nun soweit und er wird erstmals gefeiert.

© World Bee Day

Mit dem Weltbienentag soll „durch Bildung und Aktivitäten das Bewusstsein für die Wichtigkeit von Bienen und anderen Bestäubern, die Gefahren, denen sie ausgesetzt sind sowie ihr Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung erhöht werden,“ heißt es in dem Entschluss.

Was wir für die Bienen tun können

Pünktlich zum Weltbienentag fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) mit einem Bienenaktionsplan und dem Appell „A Place To Bee“ die Bundesregierung auf, Maßnahmen gegen das Bienensterben zu ergreifen. Unter A Place to Bee kannst du noch deine Unterschrift abgeben und den Appell mitunterzeichnen.

Gemeinsam mit Wildbienen und anderen wild lebenden Insekten bestäuben Honigbienen einen Großteil der Pflanzen. Wenn wir von Biene sprechen, meinen wir meistens die Honigbiene. Dabei sind von den rund 25.000 Bienenarten nur neun Honigbienen. In Europa gibt es noch einige wenige, wild lebende Honigbienen. ©Pixabay

Wer sich darüber hinaus für Bienen einsetzen will, kann auch eine Bienenpatenschaft abschließen: Der Verein Mellifera e.V., zum Beispiel, setzt sich für einen achtsamen Umgang mit den Bienen ein, sowohl in der imkerlichen Praxis als auch in der Pflege ihrer Lebensräume. Eine Patenschaft kostet pro Jahr 35 Euro. Als Dankeschön erhält man einmal jährlich ein Glas Demeter Honig mit persönlicher Widmung, eine Patenschaftsurkunde, sowie zweimal jährlich die Vereinszeitung.

Aber du kannst auch im Alltag deine Umwelt bienenfreundlicher gestalten und den realen Verwandten von Maja und Willi das Leben leichter machen.

5 Tipps für mehr Bienenfreundlichkeit im Alltag: 

  • Lieber Wildwuchs!

Bienen und ihre wilden Kollegen lieben Wildblumen und Kräuter. Pflanze deshalb zum Beispiel Sonnenblumen, Kornblumen oder Kräuter wie Thymian, Minze und Basilikum im Garten oder auf dem Balkon.

  • Mehr Bio, mehr Biene!

Kaufe Lebensmittel aus dem Biolandbau, denn hier werden giftige Pflanzenschutzmittel, die den Insekten schaden, nicht eingesetzt.

  • Bienen liebens vielfältig!

Kaufe Obst und Gemüse bei Genossenschaften oder Biolebensmittelherstellern, die auf Vielfalt statt Monokultur setzen.

  • Alles natürlich! 

Verwende in deinem eigenen Garten oder auf deinem Balkon keine giftigen Pestizide, die den Bienen schaden könnten. Du willst ja auch kein Gift auf deinem Essen.

  • Willkommen im Hotel Biene!

Baue oder kaufe ein Bienenhotel für den Garten, um Wildbienen einen Ort zum Nisten zu geben. Auch große Supermarktketten bieten inzwischen Bienenhotels an.

 

Weitere Infos rund um das Thema Bienen und World Bee Day findest du unter folgenden Links:

Titelbild: Pixabay

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