#Campvibes

Ich bezeichne mich selbst als Camper, aber was fasziniert mich daran meinen Urlaub auf dem Campingplatz zu verbringen und das das ganze Jahr über? 

Manchmal schauen mich die Leute ganz ungläubig an, wenn ich sage, dass ich gerne campen gehe. Dass ich es liebe meinen sog. Jahresurlaub auf dem Campingplatz zu verbringen. In meinem Auto. Dabei jeden Tag selber koche, mir höchstens einmal Pizza hole und auch noch die öffentlichen WCs auf einem Campingplatz nutze und nicht in einem riesigen Wohnmobil mit eigenem Bad übernachte. Noch schlimmer wird es, wenn ich sage, dass ich auch im Winter campe. „Aber da ist es doch kalt?!“, sagen dann viele. „Ja, draußen“, denke ich. Meist ist es drinnen mollig warm und mit einer Lichterkette gleich noch viel gemütlicher. Ein Buch lesen oder auf dem Laptop eine Serie schauen und fertig ist das Winterwunderland. Unter mir liegen die Ski und warten auf ihren Einsatz am nächsten Tag. Oder das Mountainbike übernachtet auf dem Heckklappenträger und schaut sich schon mal die Trails von unten an.

Was mich noch am Camping fasziniert? Die einfachen Dinge, um die man sich im Alltag wenig Sorgen machen muss. Diese werden hier meist zu größeren Herausforderungen. Denn ich bin kein Camper, der seinen ganzen Hausstand dabei hat. Tisch und Stühle sind fast die einzigen „Luxus“-Artikel. Und manchmal ein Grill und ach ja, seit neuestem bin ich stolzer Besitzer einer Kühlbox. Highend-Ausstattung also. So kann eine volle Gaskartusche schnell zum Objekt der Begierde mutieren. Hat man einmal vergessen rechtzeitig nachzuschauen, ob das Gas noch für das nächste Mal kochen reicht und kommt man dann so spät zurück zum Platz, das keine Geschäfte mehr offen haben, ist man relativ schnell aufgeschmissen. Beziehungsweise, muss man sich dann doch bzgl. des Abendessens kurz umorientieren. Das Gleiche passiert, wenn man die Kartusche an der einzigen Lampe zu spät wechselt. Zuhause braucht man sich um solche Dinge keine Gedanken machen. Strom aus der Steckdose für den Herd gibt es immer. In der eigenen Wohnung geht auch höchstens mal die Glühbirne kaputt, aber genügend andere Beleuchtungsmöglichkeiten stehen dann immer noch zur Auswahl. Handy einfach an das Ladekabel in der Steckdose schließen, wenn der Akku leer ist, geht auch nicht so einfach beim Campen. Es muss meist länger geplant werden. Oder man hat noch genügend Powerbanks als Reserve dabei. 

Für manch andere mag sich das nervig anhören, gar stressig. Ich mag das. Ich kann den ganzen Tag draußen sein, wache fast mit Sonnenaufgang auf und bin zum Sonnenuntergang schon wieder reichlich müde. Außerdem macht Camping erfinderisch. Es ist nicht dieses leichte, all-inclusive Leben, das wir heute gewohnt sind. Dafür ist es einfach. Es erdet. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ständig sind überall Sand, Erde, Kiefernnadeln, Insekten und was nicht sonst alles noch. Auch noch Wochen nach dem Urlaub. Dabei ist es doch halb so wild. Kann man alles waschen, saubermachen. Schöne Urlaubserinnerungen sind es außerdem und gehören doch dazu, wenn man unterwegs ist.

Das ist Camping. Hier ist jeder gleich. Beim Einsteigen in den Van wird die eigene Alltagsperson abgestreift und der Abenteuermodus angeschaltet. Ab jetzt wird alles ganz einfach. Das simple Leben eben. Mit allen Vor-, aber auch allen Nachteilen. 

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