Liebe Berge…

Am 11. Dezember ist internationaler Tag der Berge. Dieser wurde 2003 von den Vereinten Nationen beschlossen, um ein Bewusstsein für die Bedeutung und Probleme der Berglandschaften zu schaffen und steht in diesem Jahr unter dem Motto „Mountains under pressure: climate, hunger, migration“. Aus diesem Anlass habe auch ich mir Gedanken um die Bedeutung der Berge gemacht – und ihnen einen Brief geschrieben.

Liebe Berge,

was soll ich sagen? Vielleicht erst einmal: Danke, dass ihr da seid! Ihr begleitet mich jetzt schon mein ganzes Leben und seid daraus nicht wegzudenken. Irgendwie bin ich auch aus euch nicht wegzudenken. Ehrlich gesagt habe ich auch nur einmal überlegt euch hinter mir zu lassen und ans Meer zu ziehen. Nach Kiel. Einmal da gewesen und schon habe ich beschlossen nach Innsbruck zu gehen. Mitten in die Berge, in meine Heimat – obwohl Kiel bestimmt auch schön ist.

Ihr seid mein Spielplatz. Die Bühne meiner Hobbys, oder neudeutsch Passionen. Ohne euch könnte ich sie mir nicht vorstellen, bzw. wären sie schlicht und einfach nicht möglich. Skifahren wäre ohne eure mächtigen Flanken, weiten Hänge, Rinnen, Wälder und den Schnee nicht machbar. Ach, der Schnee. Wenn ihr bezuckert seid von ihm oder ganz dick eingepackt, seht ihr so viel mächtiger aus. Größer, majestätischer. Wenn der Schnee weg ist, hole ich das Mountainbike raus. Oder auch, wenn er noch da ist. Eure gewundenen, kleinen Pfade. Diese verwunschenen Wälder oder auch die schroffen Grate, sind einfach gemacht fürs Mountainbiken.

Neben einer Sportstätte seid ihr mein Zufluchtsort. Mein Ruhepol. Ihr spendet mir Geborgenheit. Wenn es mir nicht gut geht, brauche ich sogar nur ein Bild von euch zu sehen und schon wird es ein bisschen besser. Wenn ich dann zu euch fahre, ist alles wie weg geblasen. Als würde das euer Gipfelwind einfach erledigen.

Aber ich bin nicht immer nur hin und weg von euch. Manchmal nervt ihr mich auch richtig. Aber eigentlich nicht ihr, sondern vielmehr ich mich selbst. Wenn ich es nicht schaffe einen eurer Gipfel zu erklimmen oder ein Trail mir unmöglich scheint. Dabei fordert ihr mich so sehr heraus, dass ich mich für einen kurzen Moment nicht mehr über euch freuen kann und mir schwöre, dass ich das nächste Mal lieber zuhause bleibe. Dabei kommt es mir dort so unendlich weit weg von euch vor.

Danke, dass ihr mich immer wieder in eure Welt eintauchen lasst und dass ihr mit eurer unendlichen Güte die Dummheit der Menschen ertragt, die in euch Tunnel graben, über eure Gipfel Pässe legen, Skigebiete an Orten bauen, die mehr als unpassend sind und auf euch eine Art Freizeitpark errichten – mit Konzerten, riesigen Parties und einer Unmenge an Müll. Es tut mir Leid, dass wir euch zerstören, vermüllen, eure klare Luft verpesten, eure Bergwiesen mit Chemie verseuchen und eure Gletscher zum schmelzen bringen. Dabei seid ihr es, die uns alle überdauern und die uns hin und wieder zeigen, wer der Stärkere ist.

Dafür, dass ihr mir trotzdem immer die besten Abenteuer schenkt, habe ich den allergrößten Respekt. Danke für eure Freundschaft. Bis auf viele weitere Jahre.

In Liebe
Lisa

Mehr zum Internationalen Tag der Berge gibt es hier:

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