Schöne neue Welt?!

Die Welt ist digital. Das Internet allgegenwärtig und wir sind vernetzter denn je. Der Wunsch nach einem Leben in der Natur wird in den Social Media Kanälen zelebriert. Die Sehnsucht sich auf die einfachen Dinge zu besinnen wird bei den meisten Menschen immer größer. Ist der Zwiespalt zwischen Digitalität und Rückzug in die Natur das Paradoxon unser schönen neuen Welt?

Ich beobachte gerne. Stehe am Bahnsteig, in der Ubahn, im Park oder im Supermarkt. Lasse die Gedanken schweifen. Starre vielleicht vor mich hin. Wenn ich aber meine Blicke auf andere lenke, sehe ich niemanden, der einfach nur rumsteht. Niemand der einfach ein Loch in die Luft starrt. Es muss immer etwas gemacht werden. Hauptsächlich passiert das dann am Smartphone. Es wird das Mittagessen auf Instagram gepostet, das Leben auf Snapchat geteilt, gewhatsappt oder Sprachnachrichten aufgenommen. Ja das ist jetzt so. Man telefoniert nicht mehr. Man nimmt Sprachnachrichten auf und schickt sich das Ganze über Whats App. Ist auch neu für mich. Und ich habe mich schon gefragt, ob die jungen Leute alle ihr Headset mit Mikrofon nicht verstehen. Oder warum sollte man sich sonst das Smartphone so komisch vor den Mund halten. Aber sie hinterlassen sich ganz einfach Sprachnachrichten. Geht schließlich schneller. Eh klar. Zeit hat ja heute keiner mehr.

Warum sollte ich also nicht im Internet surfen, das Wetter und Emails checken, Spiele spielen oder mit meinen Freunden kommunizieren, wenn ich in der Ubahn bin. Der Weg ist schließlich lang und es ist schwierig sich allein zu beschäftigen. Den Eindruck habe ich zumindest. Niemand kann mehr alleine sein. Niemand kann sich mehr langweilen, sich analog beschäftigen. Das Smartphone ist zum allgegenwärtigen Begleiter in jeder Lebenslage geworden. Versteht mich nicht falsch. Ich mag mein iPhone. Ich weiß zu schätzen, was es alles kann. Aber war es so schlimm, dass man früher ein Handy zum Telefonieren und SMS schreiben hatte? Dazu hatte man dann noch einen Discman und zwei CDs dabei. Unvorstellbar. Passen doch heute 1000-ende von Liedern auf das Handy. Aber die Welt ist digital geworden. Das Internet allgegenwärtig. Sekundenschnell und ohne das minutenlange Einwählen des Modems. Es gibt auch keine Festnetztelefone mehr. Hat man einfach nicht mehr. Handy reicht. So ist man überall erreichbar. Das ist gut so. Aber man muss es nicht übertreiben.

Es ist diese ständige Erreichbarkeit, das ständige Online-Sein, dass die Menschen dazu bringt sich wieder auf das häusliche zu besinnen. Auf die alten Werte, Handarbeit und analoge Darstellungsformen. Ich war auf dem Flohmarkt und nicht nur Sammler und Trödler waren da, auch junge Leute, Hipster. Manche mögen nur den schönen Schein. Dass es in ist sich auf dem Flohmarkt einzurichten. Und natürlich um gesehen zu werden. Wir sind ja schließlich in München. Aber es gab auch diese anderen. Die keine Lust auf unsere schnelllebige Zeit haben. Auf Fast Fashion oder 0815-Möbel. Die gern feilschen und die sich nicht nur über ein Schnäppchen freuen, sondern darüber, dass das Gekaufte schon etwas erlebt hat. Vielleicht älter ist als man selbst. Man flüchtet. Aus einer rasanten Welt, in der es wichtig geworden ist, sich in sozialen Netzwerken zu platzieren. In eine Welt, in der Werte wie Familie, Tradition oder Natur wieder eine Rolle spielen. Oder warum sonst sollte es so einen Boom an Outdoorenthusiasten geben, die in ihren Social Media Kanälen für das einfache Leben plädieren. Das Leben in der Natur. Die Auszeit am Wochenende und vor allem das Offlinesein. Die neue Welt hat viele Vorteile und ist bequem. Aber es schadet keinesfalls einfach mal abzuschalten und sich offline treiben zu lassen.

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