Nebelarme

Der Nebel bricht immer mehr über das Wasser herein. Das andere Ufer ist schon bald nicht mehr zu sehen. Einzelne Nebelfinger tasten sich langsam an den Strand heran. Die Pfähle des Stegs verschwinden und ein einzelner Arm umfängt den Fels auf dem sie sitzt. Der Nebel hat sie fest im Griff und sie wird seinen Fängen nie entkommen. Ein Arm verfängt sich in ihrer Flosse, kriecht an ihrem Schwanz entlang und windet sich um ihren Körper. Sie hält stoisch durch und wehrt sich nicht. Ihr Oberkörper verschwindet, ihre Augen bleiben ruhig, obwohl ihr Mund versinkt und sie im Nebel zu ertrinken droht. Ein letzter Blick, ein letzter Atemzug und sie ist verschlungen. Stille bleibt zurück. Nichts außer das Plätschern der Wellen am felsigen Strand. Das Klicken hat aufgehört und die Touristen stecken ihre Kameras und Handys weg. Der Oresund liegt im Nebel und die kleine, bronzene Meerjungfrau wurde von der weißen Masse verschluckt. Wir machen uns auf den Weg zurück in die Kopenhagener Altstadt.

meerjungfrau

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