Gute Vorsätze 2019: zu einer grünen Bank wechseln

Atomindustrie, Rüstungsexporte oder Unternehmen, die Menschenrechte verletzen: Als Menschen, die an Nachhaltigkeit interessiert sind, würden wir um solche Unternehmen eigentlich einen großen Bogen machen. Aber wissen wir eigentlich genau, wofür unsere Bank unser Geld einsetzt? Oft für ebendiese Dinge. Zeit zu einer grünen Bank zu wechseln. 

Das mit den guten Vorsätzen ist ja so eine Sache. Am 1. Januar startet man noch völlig übermotiviert ins neue Jahr. Mehr Sport, dafür weniger Zucker und Alkohol sollen es in diesem Jahr sein, aber auch mehr Nachhaltigkeit, wie zum Beispiel weniger fliegen, weniger Plastik verbrauchen oder mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Berge fahren. Zwei Wochen später werden die Vorsätze dann schon nicht mehr so enthusiastisch umgesetzt, man lässt sich gehen, verschiebt Sachen auf morgen oder nächste Woche. So geht es mir zumindest häufig. 

Was ich mir trotzdem für dieses Jahr fest vorgenommen habe? Zu einer grünen Bank zu wechseln. Beziehungsweise mein Konto bei der GLS Bank zu meinem Hauptkonto zu machen und mir auch dort eine Kreditkarte einzurichten. Aber warum eigentlich eine grüne Bank?

Nachhaltiges Leben nur mit grüner Bank?

Habt ihr euch schon mal gefragt, wo eure Bank eigentlich euer Geld investiert? Denn „Nein!“ das Geld liegt nicht einfach auf eurem/unserem Konto rum, Banken nutzen das Geld ihrer Kunden, um damit Kredite zu vergeben oder Investitionen zu tätigen. Bei konventionellen Banken sind das dann häufig Bereiche wie die Rüstungsindustrie oder die fossile Energiewirtschaft. Während wir also zu Ökostromanbietern wechseln, finanziert vielleicht unsere Bank Kohlekraftwerke. Mit unserem Geld. Ob ihr bei einer Bank seid, die auch solche Investitionen tätigt, könnt ihr beim Fair Finance Guide herausfinden. Dieser hat deutsche Banken unter die Lupe genommen und festgehalten wie fair sie wirklich handeln. 

Also, wenn wir schon Wert darauf legen Bio-Lebensmittel zu kaufen, weniger Verpackungsmüll zu produzieren, ethisch fair produzierte Kleidung anzuziehen und uns überlegen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu verreisen, dann müssten wir eigentlich auch zu Banken wechseln, denen diese Themen auch wichtig sind. 

Ich habe deshalb schon vor über einem Jahr ein Girokonto bei der GLS Bank eröffnet. Bisher habe ich es nur als Zweitkonto für Rücklagen genutzt. 2019 möchte ich das Konto allerdings zu meinem Hauptkonto machen und auch meine Kreditkarte bei der GLS Bank einrichten. Ich habe die GLS Bank gewählt, weil es auch eine Filiale in München gibt und ich die Konditionen am ansprechendsten fand. Es gibt aber noch andere Alternativen:

Triodos Bank 

EthikBank

UmweltBank 

Aber was unterscheidet grüne/ethische Banken denn jetzt von konventionellen?

Sie investieren in Ökologie, nachhaltige Unternehmen und Gemeinwohl. Bei der GLS Bank kann man bei der Eröffnung des Kontos angeben, wo man sein Geld einsetzen möchte. Zum Beispiel in: Erneuerbare Energien, Ökologische Landwirtschaft, Nachhaltige Wirtschaft, Wohnen, Bildung und Kultur oder Gesundheit. Außerdem schließen sie unter anderem Investitionen in Unternehmen, die Gentechnik, Tierversuche, Kinderarbeit oder Menschenrechtsverletzungen fördern oder zulassen aktiv aus. Welche Ausschlusskriterien die jeweilige Bank für sich festgelegt hat, findet man auf den Webseiten.

Sonst bieten grüne Banken dem Kunden alles, was auch konventionelle Banken bieten. Nur eben mit ökologisch und sozial sinnvollen Investitionen, mit denen sie auch transparent umgehen. Der Wechsel geht ziemlich einfach online und auch an Geld kommt man fast überall. Kunden der GLS Bank heben kostenlos an allen Bankautomaten der Volksbank und Raiffeisenbanken ab. Selbst den Kontowechsel muss niemand selbst übernehmen, das machen die Banken selbst. 

Tomorrow – nachhaltiges Banking per Smartphone

Neben den klassischen ethischen Banken gibt es seit letztem Jahr außerdem eine grüne Bank nur für das Smartphone: Tomorrow. Gegründet wurde die Bank von den Lemonaid-Gründern Jakob Berndt, Inas Nureldin und Michael Schweikart. Die drei Hamburger haben es sich zur Aufgabe gemacht, der erste europäische Akteur zu sein, der Mobile Banking mit nachhaltigen Finanzen verbindet. Seit dem 18. November 2018 bietet Tomorrow ein mobiles Girokonto inkl. Mastercard an. Mit den Kundeneinlagen fördert die Bank künftig Mikrokredite, Ökolandbau und regenerative Energien. Außerdem werden mit jedem Einsatz der Mastercard Klimaschutzprojekte finanziert und Kunden sollen bei nachhaltigen Marken, wie zum Beispiel Armedangels oder Coffee Circle, Vorteile bekommen. Um alle Prozesse zuverlässig und flüssig am Laufen zu halten, gibt es eine Warteliste für das Girokonto. Seitdem ich zum ersten Mal von Tomorrow gehört habe, habe ich mich für den Newsletter angemeldet und auf die Warteliste für ein Konto setzen lassen. Jetzt ist mein Code eingetrudelt. Ich habe letzte Woche ein Konto eröffnet und bin gespannt wie es ist. Das Girokonto ist kostenlos und über die App kann man beispielsweise sehen, wie viel Geld bereits in gemeinnützige Projekte geflossen ist und auch wie viel man selbst schon dazu beigetragen hat. Die Gründer garantieren außerdem, dass jedes Konto bis zu 100.000 Euro gedeckt ist. Zum Testen wird es erst einmal mein neues Zweitkonto. 

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